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Vegan gesund schwanger – geht das?

Hallo Ihr lieben, heute darf ich einen super tollen Gastbeitrag von Katharina Walter präsentieren.

Sie ist Expertin für Alternative Kindererziehung und hat einen sehr interessanten Blog dazu

MeinGeliebtesKind

Absolut, sage ich.

Der menschlichen Organismus kann durch eine vegane Ernährung mit allen benötigten Nährstoffen in ausreichender Menge versorgt werden. Selbstverständlich können durch die unzureichende Zufuhr einzelner Stoffe Mängel auftreten, was jedoch kein spezielles Problem einer bestimmten Art der Ernährung ist, sondern in selbem Maße für alle Ernährungsformen gilt.

Mein Schritt zum Veganismus ging mit einer enormen Intensivierung der Selbstinformation und Weiterbildung einher: Was bedeutet E120? Was ist eigentlich drin in meinem Lieblingsessen? Welche Schuhe trage ich? Wenn es so viele »Legehennen« gibt, wo sind dann all die Hähne? Und vor allem: Wenn ich meine Ernährung umstelle, wie lange „überlebe“ ich das?

Fast automatisch bekommt ein vegan lebender Mensch einen erweiterten Blick nicht nur für die ökologischen und ökonomischen Zusammenhänge zwischen Produktion und Konsum, sondern auch für die Mythen und Fakten der Ernährungswissenschaft.

Die Umstellung auf die vegane Ernährungsform brachte unweigerlich mit sich, dass ich einen intensiveren Blick auf die „Materie“ warf und nicht länger davon ausging, dass alle benötigten Nährstoffe in meiner Nahrung automatisch auch enthalten sind, solange sich nur Fleisch, Milch und Eier darunter befinden. Daraus resultierte auch eine Kenntnis vom Bedarf an den lebenswichtigen Proteinen, Vitaminen, Mineral- und anderen Nährstoffen, die über diejenige hinausgeht, die uns durch Binsenweisheiten und Werbung vermittelt wird. Es ist für Menschen nicht notwendig, Produkte tierischer Herkunft zu verzehren. Im Gegenteil: dieser Nahrungsmittelsektor gerät immer häufiger in Verdacht, für viele »Zivilisationskrankheiten«, die mit der „Tiervermarktungsindustrie“ begannen, mitverantwortlich zu sein. Es ist inzwischen unbestritten, dass bei Menschen, die sich ohne tierische Produkte ernähren, sehr viel weniger Fälle von Adipositas, Typ-2-Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Krebs und anderen Krankheiten auftreten. Darüber hinaus entfällt praktisch jedes Risiko auf eine Lebensmittelvergiftung, da diese nahezu ausnahmslos auf tierische Nahrungsmittel zurückzuführen sind.

Mich machte vor allem stutzig, dass man einerseits in der Schwangerschaft keine rohen Fleisch- und Eiprodukte, keine Rohmilch usw. zu sich nehmen soll, aber andererseits tierische Produkte als quasi unverzichtbar dargestellt werden, wenn es um die „gesunde Ernährung“ in der Schwangerschaft geht. Wie soll denn etwas gesund sein, dass in der Schwangerschaft bereits das Leben des Ungeborenen schädigen könnte?

In ihrem Positionspapier aus dem Jahr 2009 bestätigt die Academy of Nutrition and Dietetics, die weltgrößte ernährungswissenschaftliche Organisation, dass eine gut durchdachte vegane Ernährung gesund und hinsichtlich der Nährstoffe angemessen ist und sogar gesundheitliche Vorteile bei der Vorbeugung und Behandlung einiger Krankheiten bieten kann. Gut geplant genügt sie den individuellen Bedürfnissen im Übrigen während allen Lebensabschnitten: der Schwangerschaft, Stillzeit, Säuglingsalter und Kindheit.

Eine vegane Ernährung ist wie jede beliebige andere Ernährungsform genau dann mit Risiken verbunden, wenn man nicht auf die Zufuhr aller lebensnotwendigen Nährstoffe achtet. Diese Nährstoffe befinden sich jedoch in keiner Weise ausschließlich im tierischen Muskelgewebe, artfremder Muttermilch oder Vogeleiern.

Meine vegane Schwangerschaft verlief völlig problemlos. Mehr noch: ich fühlte mich nie so voller Energie und gesund. Meine Werte waren besser als in den zwei vorherigen Schwangerschaften und nachdem ich mit meiner Hebamme durchgesprochen hatte, wie ich mich ernähre, war sie ebenfalls davon überzeugt, dass es dem Baby an nichts fehlen würde. Geachtet habe ich auf B12 und Omega 3, beides natürlich in veganer Tabletten- oder Ölform. Leinöl ist ein wunderbarer Lieferant für Omega 3. Ansonsten habe ich frisches Obst und Gemüse geradezu in rauen Mengen gegessen und viel Grünes, wegen der Folsäure. Hier habe ich auch meine Vorliebe für grüne Smoothies entdeckt und seither möchte ich keinen Tag mehr ohne.

Zusätzlich haben meinen Speiseplan Produkte wie Hülsenfrüchte, Nüsse, Seitan oder Quinoa ergänzt, alles Dinge, die ich ohnehin aß.

Auch meine Eisenwerte waren während der gesamten Schwangerschaft überdurchschnittlich, was ich von mir derart nicht kannte, hatte ich doch immer mit einem Mangel zu kämpfen gehabt. (Bei wem das nicht so ist, der kann ein paar mal in der Woche Hirse in Kombination mit etwas Vitamin C-Haltigem essen.)

Unser Sohn wurde mit knappen 5000g und 57cm gesund zu Hause geboren und auch in der Stillzeit entwickelt er sich weiterhin prächtig. Er liegt außerhalb der Wachstumskurve und ich entgegne jedem, der mir erzählen möchte, dass eine vegane Schwangerschaft zu Mangelerscheinungen und unterernährten Babys führen wird, nur noch ein Lächeln.

Fazit:

Wer sich gesund und ausgewogen ernährt und auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr achtet, kann ganz selbstverständlich auch in der Schwangerschaft auf tierische Produkte verzichten und eine gesunde, energiegeladene Schwangerschaft erleben.

 

Ein sehr interessantes Buch zu diesem Thema:

Vegane Ernährung im Säuglings- und Kindesalter: Die rein pflanzliche Ernährung in der Übersicht

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